Chorproben

Ab dem 03.05.11 proben wir wieder im Museum in Bischofsheim, ein Anfahrtsbeschreibung finden Sie hier.

2222: Odyssee der Klangsirenen

Von Linda Schreiber

KONZERT Frauenchor meldet sich aus der Zukunft / Intergalaktische Männersuche in aufwändiger Inszenierung

Einen musikalischen Mädelabend der Zukunft präsentierte der Frauenchor „Klangsirenen“ am Samstagabend. Zu Beginn warnt eine Stewardessenstimme die Konzertbesucher davor, dass jeder dritte Zeitreisende nicht lebend zurückkehrt und man sich vorsorglich von seinen Sitznachbarn verabschieden sollte. Die Zuschauer erwartete ein abwechslungsreiches Programm aus Theater und Gesang in der Aula der Integrierten Gesamtschule Mainspitze.

Im Jahr 2222 ist das biologische Gleichgewicht der Erde zerstört und eine Umsiedlung auf andere Planeten war unausweichlich. Lediglich das weibliche Gehirn ist in der Lage, den Sauerstoffmangel auf der Erde auszugleichen, und so ist der Planet bis auf wenige aus der Art geschlagene männliche Ausnahmen nur noch von Frauen besiedelt. Nach anfänglicher Euphorie müssen diese aber feststellen, dass ihnen die Männer doch sehr fehlen.

Vor dem Hintergrund dieser Geschichte und der Kulisse einer „Bar jeder Vernunft“ zeigen die 17 Frauen zwischen 16 und 60 Jahren ein bunte Mischung aus klassischen Popsongs, Balladen und A-cappella-Stücken. „Das Auswählen der Titel ist ein Gemeinschaftsprojekt, wir sammeln zusammen Titel, die gefallen, und ich prüfe dann, ob und wie diese umsetzbar sind“, erklärt Ulrich Diehl, der den Chor seit 2005 leitet.

Musikstücke in Schauspiel eingebettet

So reicht die Auswahl der Titel an diesem Abend von Sister Sledge „Lost in music“, Roger Cicero „Ich bin kein Mann für eine Frau“ und Meat Loaf „I would do anything for love“ bis hin zu dem Titel „Space Taxi“ aus Michael Herbigs Film „(T)Raumschiff Surprise“.

Die Titel sind verbunden mit kurzen, humorvollen Dialogen und Szenen, in denen die Frauen einen intergalaktischen Kochkurs besuchen, um ihre Männer wieder zu gewinnen, per Radiosendung „Grüße durch das All“ Kontakt zu den Männern aufnehmen oder die mit Tupperware konservierten Gerüche von Männerunterwäsche genießen. Schauspielerisch unterstützt werden die Sirenen von Bruno Peuser als Barkeeper und Michael Marx als Partnervermittler. Das ausgefallene Drehbuch wurde von der Sängerin Sabine Flügel geschrieben und gemeinsam durch den Chor mit viel Wortwitz ausgearbeitet. Mit der Band bestehend aus Manuel Seng am Piano, Sebastian Kraus am Schlagzeug und Moritz Grenzmann am Bass wurde die instrumentale Unterstützung des Chores seit dem letzten Konzert erweitert. „Beim letzten Mal hatten wir nur einen Pianisten, bei den Titeln heute hat sich mehr Bandunterstützung angeboten“, sagt Diehl.

Auf das nächste große Konzert der „Klangsirenen“ wird man bis zum Frühjahr 2013 warten müssen, denn das Einstudieren und Entwerfen der aufwändigen Konzepte dauert zwei Jahre. In der Zwischenzeit werden die Sängerinnen bei kleineren Auftritten zu sehen sein.

Artikel in der Main-Spitze am 12.04.2011

Sirenen aus dem All

Gesang: Die Klangsirenen blicken aus dem 23. Jahrhundert auf die Musik zurück

Ihre Konzerte sind jetzt schon legendär, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass sie so selten sind wie ein internationales Fußballturnier: Nur alle zwei Jahre treten die 2006 gegründeten „Klangsirenen“ auf. Am Wochenende war es endlich wieder soweit. Mit „Bar jeder Vernunft“ bewies die Frauentruppe, dass ein Konzert mehr bieten kann als das bloße Singen von Liedern. Die Besucher in der Integrierten Gesamtschule waren begeistert.
Man schreibt das Jahr 2222. In einer Bar erinnern sich die aus heutiger Sicht futuristisch gekleideten „Klangsirenen“ zwischen Tänzen, die frappierend dem Geschwofe von „Raumpatrouille Orion“ ähnelten, an die Musik der guten alten Zeit. Dieser rote Faden diente für ein tolles Konzert mit Evergreens wie „Change the World“ von Eric Clapton, „Lost in Music“ von Sister Sledge oder „Every Breath you Take“ von „The Police“. Und wer sich jetzt fühlte wie auf einem fremden Planeten, der war um so mehr begeistert von „Life on Mars“, dem Siebziger-Jahre-Klassiker von David Bowie.
Begleitet wurden die „Klangsirenen“ bei ihrem dritten Konzert nach 2007 und 2009 von einer dreiköpfigen Band: Manuel Seng am Piano, Sebastian Kraus am Schlagzeug und Moritz Grenzmann am Bass waren für den Auftritt ein absoluter Gewinn. Und mit Bruno Peuser als Barkeeper, Michael Marx als „Darth Vader“ und Mark Bleeder als Weltraumtaxifahrer durften neben Chorleiter Ulrich Diehl weitere Männer an dem Konzertereignis teilnehmen.
Bei den „Klangsirenen“ heißt es: Nach dem Konzert ist vor dem Konzert.
Nach Ostern beginnen bereits die ersten Proben für das nächste Konzert, das für 2013 vorgesehen ist.

Artikel von Ralph Keim in Echo Online am 11.04.2011

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