Taktgefühl im Paketzentrum

Erstellt von Ralph Keim |

Mit drei Konzerten begeisterten die „Klangsirenen“ Ginsheim am Wochenende ihre Zuhörer in der Aula der Integrierten Gesamtschule Mainspitze. Dabei setzten die Sängerinnen das Geschehen in einem Paketzentrum musikalisch in Szene.

Sie sind vielleicht das Heißeste, was die Musikszene von Ginsheim-Gustavsburg zu bieten hat. Doch mit nur einem Konzert im Laufe von 18 Monaten machen sich die "Klangsirenen" auch rar, was die Vorfreude auf das nächste Konzert jedoch zusätzlich steigert. Am Wochenende war es wieder einmal soweit: Mit gleich drei Auftritten begeisterten die 16 Sängerinnen im Alter zwischen 14 und 62 Jahren in der Aula der Integrierten Gesamtschule ihre Zuhörer. Dabei setzten die "Klangsirenen" unter der musikalischen Leitung von Ulrich Diehl das Geschehen in einem Brief- und Paketzentrum musikalisch in Szene.

Entsprechend des Themas begann das Konzert mit "Mr. Postman". In den nächsten anderthalb Stunden ging es um personenbezogene Zustellungen, irregeleitete Faxe, einen verstopften Briefkasten und die unvermeidliche Kommunionkarte. Das mittlerweile fast schon legendäre, mit Pumps gefüllte Zalando-Paket, das bei den Empfängerinnen regelrechte Kreisch-Orgien hervorruft, durfte ebenfalls nicht fehlen. Kritische Zwischentöne gab es zum Thema Arbeitsbedingungen, Löhne und Betriebsrat. Aufregung gab es beim Eingang einer Briefbombe.

Die dazu passenden Songs: "Breakfast in America", "I´m not in Love", "How deep is your Love" oder auch "Through the Barricades" und "Hymn". Vorbereitet hatten sich die "Klangsirenen" mit einem Chorwochenende in einer Jugendherberge in Bad Homburg. Nach intensiven Probeeinheiten ging es am Sonntag an den Feinschliff. Dass das Probenwochenende äußerst erfolgreich war, zeigte sich auch daran, dass die Sängerinnen die mehr als 20 Lieder auswendig vortrugen. Als Solistinnen brillierten Evelyn Meißner, Johanna Ribbe, Sabine Flügel und Ellen Ribbe. Conny Jung und Ulrich Diehl trugen ein Duett vor. Begleitet wurden die "Klangsirenen" während der Konzerte am Piano von Bernd Schmidt, am Bass von Moritz Grenzmann und am Schlagzeug von Hermann Kock.

Am 10. November 2007 gaben die "Klangsirenen" ihr erstes Konzert. Das Konzept, die Auftritte nicht nur unter ein bestimmtes Thema zu stellen, sondern dieses zudem szenisch umzusetzen, kam sofort gut an. Der damit verbundene Aufwand hat zur Folge, dass die "Klangsirenen" nicht jedes Jahr ein Konzert geben - das nächste soll im Herbst 2014 folgen.

Artikel in Echo Online vom 29.04.2013

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