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"Fast wie eine Sonnenfinsternis"

Erstellt von Ulrich Diehl |

Mit drei Konzerten begeisterten am Wochenende die „Klangsirenen": Der kreative Frauenchor machte

dabei die Aula der IGS zur „Hochschule Ginsheim" - und den Mann zum Forschungsobjekt.

GINSHEIM. Was geht im Kopf des Mannes vor? Kann das vermeintlich starke Geschlecht überhaupt denken? Diese und andere Fragen beantworteten - selbstredend nicht ganz ernst gemeint - die „Klangsirenen". Der aus knapp 20 Powerfrauen bestehende Chor hatte dazu eigens wissenschaftliche Kapazitäten höchsten Ranges engagiert: Dr. Dr. Madman (Michael Marx), Dr. Jekyll (Peter Haupt) und Dr. Hyde (Bruno Peuser) traktierten den Probanden (,.Klangsirenen"-Dirigent Ulrich Diehl) im „Hörsaal der Hochschule Ginsheim" mit zahlreichen Experimenten. Das Ergebnis: Der oft überschätzte Mann ist auch nur ein Mensch. Und: Man kann auf ihn schlecht verzichten.

Wenn die „Klangsirenen" zu ihren Konzertwochenenden einladen, dürfen die Besucher gespannt sein. Denn einfach nur Lieder singen, das ist nicht das Ding des Chores. Die „Klangsirenen" machen das Konzert grundsätzlich auch zu einem sehenswerten Erlebnisabend. In diesem Jahr verwandelten die „Klangsirenen" die Aula der Integrierten Gesamtschule Mainspitze in die „Hochschule Ginsheim", gingen dabei dem „Mysterium Mann" auf den Grund und bewiesen, dass sie noch immer das vielleicht Heißeste sind, was die Musikszene von Ginsheim-Gustavsburg zu bieten hat.

Begleitet von Robert Karasek am Keyboard, Maximilian Mörke am Bass und Rainer Rumpel am Schlagzeug boten die ,,Klangsirenen" auch einen Ausflug in die Popwelt der vergangenen Jahrzehnte. Die Palette reichte von „Eleonore Rigby" von den Beatles über „Aber bitte mit Sahne" von Udo Jürgens, ,.Under Pressure" von David Bowie und Freddy Mercury bis hin zu „Hold the Une" von „Toto" und „Music was my first Love" von John Miles. Bemerkenswert war auch, dass die ,,Klangsirenen" alle knapp 20 Lieder auswendig sangen und dabei eine coole Lässigkeit verströmten.

Dem Konzertwochenende vorausgegangen war ein Klausurwochenende, bei dem die „Klangsirenen" die Jugendherberge in Bad Homburg gerockt hatten. Im November 2007 gaben die „Klangsirenen" ihr erstes Konzert. Das Konzept, die Auftritte nicht nur unter ein bestimmtes ThefT)a zu stellen, sondern dieses zudem auch szenisch umzusetzen, kommt immer bestens an, hat jedoch auch einen kleinen Nachteil. Denn wegen des damit verbundenen Aufwands haben die „Klangsirenen"-Konzertwochenenden fast den Stellenwert einer Sonnenfinsternis: Man muss sich gedulden, aber es lohnt sich.

Echo Online am 13.05.2015, von Ralph Keim

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